

















Bildung für nachhaltige Entwicklung
Dialog der Generationen im UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg - Drei Gleichen
Im Rahmen des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ (LSZ) fanden am Donnerstag, den 13.11.2025 sowie am Mittwoch, den 19.11.2025 zwei aufschlussreiche und gut besuchte Abendveranstaltungen des UNESCO Global Geoparks Thüringen Inselsberg–Drei Gleichen in der Kulturscheune Mühlberg statt.
Ziel der Veranstaltungen war es, Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Drei Gleichen generationsübergreifend zusammenzubringen und einen offenen Raum für Austausch, Dialog und gemeinsames Lernen zu schaffen. In entspannter Atmosphäre kamen Teilnehmende unterschiedlicher Altersgruppen zusammen, um Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen über die Region zu teilen und gemeinsam weiterzudenken.
Im Mittelpunkt der Abende standen Bildungsangebote im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Anhand konkreter Beispiele aus der Region – insbesondere des Forschungs- und Vermittlungsstandorts Bromacker – wurden geologische Grundlagen, regionale Erdgeschichte sowie deren Bedeutung für heutige Fragestellungen des Natur- und Klimaschutzes vermittelt. Dabei wurde auch thematisiert, wie sich der globale Klimawandel auf Landschaft, Ökosysteme und Kulturerbe auswirkt und welche Verantwortung daraus für heutige und zukünftige Generationen entsteht. Zu guter Letzt wurde eine Einführung gegeben, wie man sich gegen Fake News zu geologischen und Umweltthemen wehren kann.
Das Geopark-Team stellte ausgewählte laufende Projekte sowie Beteiligungsformate vor und zeigte auf, wie lokales Wissen, persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander verknüpft werden können. Diese Impulse dienten als Grundlage für den anschließenden Austausch in moderierten Gesprächsrunden und Kleingruppen.
In diesen Gesprächsformaten wurden Fragen gesammelt, individuelle Erinnerungen dokumentiert und Hinweise auf bislang wenig beachtete oder historisch bedeutsame Orte zusammengetragen. Eine Erinnerungskarte wurde ebenfalls erstellt und digitalisiert, die die verschiedenen von den Teilnehmern gefundenen Punkte enthält; zudem wurden die einzelnen Entwicklungen der Landschaft und der damit verbundenen Gebäude diskutiert. Die Ergebnisse liefern wertvolle Anregungen für zukünftige Bildungs-, Beteiligungs- und Vermittlungsprojekte des Geoparks und tragen zur langfristigen Sicherung regionalen Wissens bei.
Zum Abschluss der Veranstaltungen wurden Fragebögen zur Evaluation verteilt, um Rückmeldungen zu Inhalten, Formaten und Organisation zu erfassen. Die sehr positiven Rückmeldungen bestätigten das große Interesse an generationenübergreifenden Bildungsangeboten im Geopark.
Aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Beteiligung ist geplant, das Format im kommenden Jahr erneut anzubieten und inhaltlich wie zeitlich weiter auszubauen.
Der UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg–Drei Gleichen bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und ihre wertvollen Beiträge. Sie stärken den Geopark als lebendigen Bildungs-, Dialog- und Kulturraum der Region.
Für die Projektgruppe:
Dr. Mauro Alivernini
Magdalena Kreuzheck
e.t.a. Sachverständigen Büro
Managementbüro des UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg - Drei Gleichen

„Wald- und Wasser-Projekt in Ruhla - Wasser im Takt der Zeit“
Das Jahr 2023 wurde von der Stadt Ruhla als das „Jahr des Wassers“ ausgerufen. Der UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg - Drei Gleichen hat das Thema gemeinsam mit dem örtlichen AWO-Jugendclub „Freetime“ aufgegriffen und ein BNE-Angebot (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) erarbeitet. An drei Projekttagen vom 10.-12. Juli 2023 widmeten sich die Jugendlichen dem Thema Wasser und Wald mit ihren vielfältigen Wechselbeziehungen. Hierbei stand der Naturerlebnispfad „Am Breitenberg“ (die GeoRoute 10 des Geoparks) mit dem Grünen Klassenzimmer im Mittelpunkt. Durch Experimente mit Wasser, Holz und Waldboden erfuhren die Kinder, welche einfachen Dinge jeder alltäglich tun kann, um die wertvollen Ressourcen Wasser und Holz schonend und mit Bedacht zu nutzen, damit wir diese zukünftig erhalten können.
Angeleitet wurden die Kinder von den Mitarbeiterinnen des Geopark-Managementbüros (e.t.a. Sachverständigenbüro Reyer), Kerstin Fohlert und Nancy Schröter, sowie dem geotouristischen Mitarbeiter der Stadt Ruhla und Gästeführer der Tropfsteinhöhle Kittelsthal, Jonathan Harjes. Insgesamt entschieden sich zehn interessierte Kinder aus Ruhla der Klassenstufe 6-8 aus Gymnasium und Regelschule für dieses Ferienangebot und waren gemeinsam mit der Jugendclub-Leiterin Silvia Gürtler eifrig und interessiert bei der Sache.
Am Montag erkundeten die Kinder mit Hammer und Lupe den am Breitenberg anstehenden Glimmerschiefer und untersuchten mit dem Bohrstock den sich darauf entwickelten Waldboden. An einem alten Meiler-Platz fanden die Kinder sogar Holzkohle-Reste. Außerdem baute jedes Kind seinen eigenen Wasserfilter und beobachtete, wie die Filtration im Boden mit unterschiedlichen Materialien abläuft und wieviel Wasser ein Boden aufnehmen kann.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Wassers. Die Kinder lernten spielerisch den Wasserkreislauf der Erde kennen und entnahmen an verschiedenen Stellen in Ruhla Wasserproben, welche wir im Anschluss auf pH-Wert und Leitfähigkeit getestet haben. Einer der örtlichen Bademeister des Ruhlaer Waldbades, Hans-Joachim Ziegler, gab uns einen Einblick in den Zu- und Ablauf sowie die Reinigung des Schwimmbad-Wassers, welches vom örtlichen Bergbach gespeist wird. Als krönenden Abschluss haben sich die Kinder beim Schwimmen selbst von der guten Wasserqualität überzeugt.
Am Mittwoch erhielten die Kinder einen Einblick in die Arbeit der Förster: der Revierförster des Breitenberges, Steffen Schmuck, erläuterte uns den Waldumbau und die aktuellen Herausforderungen des Klimawandels für den Wald. Die Kinder erkannten, dass Holz ein wichtiger erneuerbarer einheimischer Rohstoff ist und lernten außerdem alle wichtigen Arbeitsgeräte des Försters kennen und konnten diese zum Teil selbst ausprobieren. Bei den Waldspielen ging es darum, sich in Kraft und Geschicklichkeit zu beweisen. Am Nachmittag wurde die zweitägige Hausaufgabe ausgewertet: jedes Kind sollte den Wasserverbrauch anhand der Wasseruhr messen und protokollieren. Gemeinsam erarbeiteten wir, für welche Aktivitäten täglich Wasser verbraucht wird und wie jeder Einzelne den Bedarf reduzieren kann.
Zum Abschluss erhielten alle Kinder eine Urkunde und einen Geopark-Button und waren sichtlich stolz darauf. Alle freuen sich schon auf den letzten Projekttag des Wald- und Wasserprojektes, der in den Herbstferien stattfinden wird. Hier werden wir mit dem Revierförster Steffen Schmuck Zukunftsbäume am Natur-Erlebnispfad „Am Breitenberg“ pflanzen und jedes Kind wird für seinen gepflanzten Baum die Patenschaft übernehmen.
Für die Projektgruppe:
Dipl.-Geographin Nancy Schröter
e.t.a. Sachverständigenbüro Reyer
Managementbüro des UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg - Drei Gleichen
